Street-Food-Projekt „Speisewagen“

Im „Speisewagen“ treffen Genuss, Inklusion und Spaß an der Arbeit aufeinander. Gemeinsam mit einem Ausbildner bereiten die Jugendlichen in der „mobilen Küche“ die Gerichte zu und erlernen nebenbei ganz automatisch wichtige Fertigkeiten für den späteren Berufseinstieg.

Das Besondere am Projekt ist, dass benachteiligte Personen (Beeinträchtigungen, Lernschwächen, Entwicklungsverzögerungen, Sozio-emotionale Beeinträchtigungen, usw.) im Wagen mitarbeiten und so im Sinne der Inklusion ganz ungezwungen und natürlich mit anderen Menschen in Kontakt kommen können.

Mehrmals wöchentlich hält der „Speisewagen“ an verschiedenen Standorten in Oberösterreich und bietet Mittagsmenüs sowie Catering an.

Der Speisewagen steht auf kirchlichen Plätzen, bei Streetfood-Festivals und bietet Firmencatering zur Mittagszeit an. Die Jugendlichen sind dabei nicht nur hinter dem Kochtopf, sondern direkt in der Essensausgabe. Erstmals geht die Ausbildung hinaus zu den Menschen in die Gesellschaft. Inklusion wird selbst in die Hand genommen und direkt zu den Menschen getragen. Vorrangig ist dabei nicht einfach die Ausbildung von Jugendlichen, vielmehr soll gezeigt werden, wieviel Potential, Kreativität und Engagement in den Jugendlichen steckt. Darüber hinaus bietet der Foodtruck eine Projektionsfläche für unterschiedlichste soziale Themen, die beispielsweise durch die Speisen (Thema Nachhaltigkeit, Regionalität) thematisiert werden können. Gekocht werden hausgemachte, regionale Speisen mit saisonalen und regionalen Zutaten, das Geschirr ist biologisch abbaubar.

Der Foodtruck wird von einem ausgebildeten Koch gemeinsam mit drei bis vier Jugendlichen betrieben, die in späterer Folge im Gastronomiebereich arbeiten wollen. Die Jugendlichen kommen aus dem Orientierungsprojekt „Berufliche Qualifizierung St. Elisabeth“ der Caritas für Menschen mit Behinderungen, wo Jugendliche in verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Jugendliche aus St. Elisabeth arbeiten jeweils zwei Monate im Speisewagen mit. Eine nachhaltige Wirkung dieses Projektes ist, Jugendlichen mit einer
Beeinträchtigung ein reales Arbeitsfeld in der Gastronomie näher zu bringen. Durch unterschiedliche Situationen (Hygienevorschriften, Stress, sauberes und gründliches  Arbeiten, Kundenkontakt) sollen sei auf mögliche spätere Arbeitssituationen am ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

Der Schritt hinaus in die Gesellschaft setzt von den Jugendlichen auch mehr Selbständigkeit voraus. Während in den Lehrküchen immer jemand zum Draufschauen da ist, sind sie beim Speisewagen professionelle Dienstleister. Das geht mit Erwartungen einher, stärkt aber auch ihr Selbstbewusstsein.

Das Projekt soll durch das Auftreten in der Gesellschaft zeigen, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen oder andere benachteiligte Personen etwas leisten können und Fähigkeiten und Talente haben. Die Jugendlichen rücken vom Rande der Gesellschaft in die Mitte der Gesellschaft. Dadurch können Vorurteile abgebaut und die Chance für mehr Akzeptanz wahrgenommen werden.

Das Projekt wird von der Caritas für Menschen mit Behinderung in Oberösterreich seit Sommer 2018 umgesetzt…

Das Projekt ist richtig gut, weil…

…wir am Zahn der Zeit sind und ein cooles Projekt die Gesellschaft bereichert!

Begründung der Nominierung durch die Jury

Ich, Christoph Schweifer, nominiere dieses Projekt, da es für mich eine wunderbare Verbindung zwischen den Bereichen Menschen mit Behinderung, Jugendbeschäftigung, Inklusion, Ökologie und den Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten darstellt.

Die Arbeit im Foodtruck bereitet die jungen Menschen auf Ihre Zukunft vor, in dem sie tagtäglich nicht nur in gastronomischen Fertigkeiten geschult werden, sondern auch im Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen.

Ich sehe dieses Projekt als große Bereicherung für alle Beteiligten an und denke, dass der innovative Ansatz, die Ausbildung in einen Foodtruck zu legen, durchaus als Vorbild für weitere Projekte dieser Art dienen kann.