Beratung im Gehen – neue Wege der Berufsorientierung für Immigrantinnen

„Gehen im Grünen mit dem Blick in die Weite setzt Gedanken und Fantasien frei, öffnet einen für die Zukunft.“ (Klientin, 2016)

Das Projekt setzt sich zum Ziel, mit Hilfe der innovativen Methode „Beratung im Gehen“ Migrantinnen ‒ eine der am Arbeitsmarkt am meisten benachteiligten Gruppen ‒ in der Erweiterung ihres Berufsspektrums zu unterstützen. Es handelt sich dabei um ein Teilprojekt des Netzwerks „Mehr Sprachen“ mit den Partnerorganisationen Lefö (Projektträgerin), Miteinander Lernen – Birlikte Ögrenelim und Orient Express, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Zwei Bildungsberaterinnen, mit Unterstützung von zwei Praktikantinnen, setzen diese Maßnahme in Peregrina um.

Der Aufenthalt im Grünen trägt nicht nur zur Vermeidung und Behandlung von Stress und Depressionen bei, sondern ebenso zur Bereitschaft sich mehr zu bewegen und hat auch hat eine sozialintegrative Funktion, besonders für marginalisierte Personengruppen.

Im Projektzeitraum März 2016 bis Dezember 2018 wurde anhand von Recherchen, ExpertInneninterviews sowie Pilotberatungen im Gehen mit Klientinnen und Intervisionen mit Kolleginnen ein Methodenkonzept für die individuelle Beratung sowie Fortbildungscurriculum erstellt. Dieses wurde in Seminaren und Infoveranstaltungen an andere Beraterinnen im Migrationskontext aus ganz Österreich weitergegeben, damit auch sie diese im deutschsprachigen Raum noch sehr wenig bekannte Methode anwenden können.

Beratung im Gehen hat sehr viele Vorteile, ist aber nur unter bestimmten Bedingungen möglich, die wir in einer Checkliste zusammengefasst haben. Zu den Voraussetzungen gehören beispielsweise Freude am Gehen, Beratungsraum für Erst- und Abschlussgespräch, ruhige und erprobte Routen, Beratungserfahrung oder geeignetes Wetter.

Das Projekt wird von dem seit 1984 bestehenden Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum Peregrina umgesetzt.

Das Projekt ist richtig gut, weil…

…es nicht nur zur beruflichen Etablierung von Migrantinnen beiträgt, wodurch sich deren finanzielle Situation, gesellschaftliche Anerkennung und Sprachkenntnisse verbessern ‒ sondern es auch eine kreative, gesundheitsfördernde und transfergeeignete Innovation ist!

Begründung der Nominierung durch die Jury

Das Projekt „Beratung im Gehen“ wird für „der gute Preis“ nominiert, weil es beispiellos soziale und ökologische Aspekte verknüpft und gleichwohl die individuelle wie auch die systemische Ebene anspricht. Die Methode ist auf viele andere Bereiche anwendbar und ist damit eine innovative Bereicherung für das Empowerment unterschiedlichster Zielgruppen.