„VinziHerz – Familiennotschlafstelle“

Das „VinziHerz“ in Graz ist die einzige Notschlafstelle, die auch tagsüber für Familien geöffnet ist.

Seit 1996 kümmert sich die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg um jene Menschen, die in ihrer verzweifelten Situation nach Graz kommen, um hier auf unseren Straßen Hilfe zu erbitten. Bis vor wenigen Jahren kamen die meisten aus der Slowakei, aus dem Bezirk Rimavska Sobota, genauer aus dem Ort Hostice. Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg bietet den hilfesuchenden Frauen und Männern einerseits einen warmen Schlafplatz in unseren zwei Notschlafstellen VinziNest und VinziSchutz, andererseits versuchen wir auch vor Ort zu helfen.

: Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg setzt sich seit 25 Jahren für die Gleichstellung aller Menschen ein, unabhängig des Geschlechts, der Religion und der Herkunft.
: Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg setzt sich seit 25 Jahren für die Gleichstellung aller Menschen ein, unabhängig des Geschlechts, der Religion und der Herkunft.

Vor zwei Jahren sind wir mit einer neuen Not konfrontiert worden. Romafamilien aus Rumänien sind nach Graz gekommen und haben in Abbruchhäusern, am Bahnhof oder auf Parkbänken genächtigt. Die Herausforderung bestand darin, dass die Familien auch ihre Kinder mitgenommen haben, da die Situation in Rumänien für sie nicht mehr aushaltbar war. Bis dahin gab es jedoch keine Familiennotschlafstelle in Graz. Die Familien hätten sich trennen müssen, um in den Notschlafstellen übernachten zu können. Da die Familie für diese Gruppe besonders wichtig ist, haben sie die Abbruchhäuser vorgezogen, um zusammenbleiben zu können. Im Herbst 2013 hat die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg schnell und ohne zu zögern die Romafamilien im Pfarrhauskeller der Pfarre St. Vinzenz untergebracht, damit sie nicht im Winter auf der Straße leben müssen.

Aus dieser spontanen Unterstützung ist mittlerweile ein eigenes Projekt geworden – die „VinziHerz – Familiennotschlafstelle“. 189 Frauen und Männer, darunter 43 Kinder wurden im Jahr 2014 mit einem Schlafplatz versorgt. Es gibt eine Waschmöglichkeit und eine kleine Küche, damit sich die Familien selber versorgen können. Die Familien können auch tagsüber in den Räumlichkeiten bleiben und müssen mit den Kindern nicht wieder auf die Straße. Die Familiennotschlafstelle „VinziHerz“ bietet Platz für 30-40 Personen. Sie alle versuchen in Österreich Arbeit zu finden und ihre Lebenssituation zu verbessern.

Das Projekt „VinziHerz“ wird von der Stadt Graz teilsubventioniert, die restliche Finanzierung erfolgt über Spenden. Betreut werden die Familien durch Ehrenamtliche der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg. Unterstützt wird das Projekt auch durch ehrenamtliche Dolmetscherinnen und eine Sprachlehrerin, die ehrenamtlich Deutschunterricht gibt.

Das Projekt ist richtig gut, weil…

„Das Projekt ist richtig gut, weil Familien durch die Notschlafstelle in Graz erstmals nicht mehr getrennt werden müssen und gemeinsam eine würdevolle Unterkunft erhalten und ihre Grundbedürfnisse stillen können. Das „VinziHerz“ ist die einzige Notschlafstelle, die auch tagsüber für die Familien geöffnet ist. So muss keiner mehr tagsüber die Zeit auf der Straße verbringen. Durch Ehrenamtliche erhalten sie Unterstützung und können ihre Lebenssituation ein wenig verbessern.“

Begründung der Nominierung durch die Jury

Pfarrer Wolfgang Pucher, Gründer der Vinzenzgemeinschaft Eggenberg und der VinziWerke, setzt mit seinem Engagement immer neue Akzente und verfolgt penibel seine Vision, insbesondere die „hässliche Armut“ – also jene von Menschen, die am äußersten Rand der Gesellschaft stehen – mit aller (mit)menschlicher Kraft zu lindern. Um dafür Spendengelder aufzubringen, bedarf es noch einmal einer Anstrengung mehr und er scheut auch nicht davor zurück, für seine Anliegen zu polarisieren. Ein Buch über ihn trägt zurecht den Titel „Rebell der Nächstenliebe“.

Heute gehen mehr als 50 Vinzi-Hilfseinrichtungen in ganz Österreich auf Pfarrer Puchers Engagement und Wirken zurück. Alle mit dem besonderen Merkmal, dass die Menschen in Not dort abgeholt werden, wo sie gerade im Leben stehen, und es keinen Unterschied macht.

Das neue Projekt „VinziHerz – Familiennotschlafstelle“ ist für Familien in Not ein Meilenstein auf ihrem Weg zurück in ein erträglicheres Leben. Und um aus dem erträglichen wenn möglich auch ein besseres Leben zu machen, muss dieses Projekt weiter unterstützt werden.

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