Projekt „Mobile“

Mobile arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, die in niederösterreichischen Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind und vermittelt in dem Spannungsfeld zwischen Eltern, ihren Kindern und den Bildungseinrichtungen, die sie besuchen.

Die meisten Kinder, die als AsylwerberInnen nach Österreich kommen, sind durch die Erlebnisse in ihren Herkunftsländern und auch durch die Erfahrungen während der Flucht traumatisiert. Die entsprechenden Flüchtlingsquartiere sind meist der erste Raum, an denen sie sich wieder geschützt und sicher fühlen können. Um aber die traumatischen Erfahrungen verarbeiten zu können und sich in der neuen Lebenswelt zurechtzufinden, braucht es zum einen Zeit und zum anderen die Unterstützung von erfahrenen BetreuerInnen.

Das Flüchtlingshilfe-Projekt „Mobile“ versucht nicht nur Kinder und Jugendlichen auf ihren ersten Schritten in Österreich zu begleiten, es bietet auch Unterstützung für die Eltern an.
Das Flüchtlingshilfe-Projekt „Mobile“ versucht nicht nur Kinder und Jugendlichen auf ihren ersten Schritten in Österreich zu begleiten, es bietet auch Unterstützung für die Eltern an.

Hier setzte das Projekt Mobile an. Es versucht nicht nur die Kinder und Jugendlichen auf ihren ersten Schritten in Österreich zu begleiten, es bietet auch Unterstützung für die Eltern an, die sich zumeist nicht mehr mit ganzer Kraft ihren Kindern widmen können.

Das Projekt Mobile startete mit Beginn 2012 an drei Standorten im Einzugsgebiet der Mobilen Flüchtlingsbetreuung in Niederösterreich. Hier hatte es in den vier dort befindlichen, von unserer Einrichtung betreuten Flüchtlingsunterkünften, in denen generell sehr viele Familien mit Kindern untergebracht werden, in der Vergangenheit immer wieder Konflikte gegeben, die mit der Kommunikation zwischen Kindergarten- und Schulkindern bzw. ihren Eltern und Vertretern der Bildungseinrichtungen in Zusammenhang standen.

Mobile unterstützt durch:

  • Therapeutische Spielgruppen für die Kinder der Grundversorgungsquartiere in Altenmarkt, Heiligenkreuz und Unterwaltersdorf
  • Erziehungsberatung für die Eltern durch eine qualifizierte Psychotherapeutin
  • Dialog mit Kindergärten, Schulen und GemeindevertreterInnen
  • Bei Bedarf: Einleitung weiterer Fördermaßnahmen (Diagnostik oder Therapie)
  • Lernhilfe

Das Projekt ist richtig gut, weil

„Das Projekt ist richtig gut, weil jedes Kind Geborgenheit, Freude und eine gesicherte Zukunft verdient.“

Begründung der Nominierung durch die Jury

Auf einer Universität treffe ich nur mehr jene jungen Erwachsenen, die erfolgreich durch das österreichische Bildungssystem gekommen sind. Wie bekannt, findet Selektion in Österreich schon viel früher statt. Kinder und Jugendliche, die geflüchtet sind (und deren Eltern) haben es ungleich schwerer, sich im Bildungssystem zurecht zu finden und zu selbstbewussten und erfolgreichen jungen Erwachsenen zu werden. Als Wissenschaftlerin im Bereich Sozialpolitik und sozialen Dienstleistungen ist es mir daher ein Anliegen, ein Projekt zu nominieren, das sich darum bemüht, (Bildungs-)Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche herzustellen bzw. zu verbessern und den Eltern zu helfen, die in einer schwierigen Lebenssituation Hilfe benötigen.

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